UV-GOÄ (k)ein Buch mit 7 Siegeln
von Herr Werner M. Lamers 09. April 2014

UV-GOÄ Abrechnungs-Seminar mit vielen geldwerten Tipps

 

In einer Serie von Abrechnungs-Seminaren für die OUC-OWL (Orthopäden und Chirurgen-Genossenschaft Ostwestfalen-Lippe) schulte das Unternehmen Lamers-Praxisberatungen die Mitglieder dieser Ärztevereinigung.

Bei der Veranstaltung Mitte März 2014 stand die UV-GOÄ auf dem Plan. Eine von vielen immer wieder als trocken empfundene Abrechnungsthematik, die die Referentin Gerada-Marie Wittschier jedoch mit Witz und Charme und vielen nachvollziehbaren praktischen Fallbeispielen lebendig und interessant zu präsentieren wussten.

 

Der Bogen wurde weit gespannt, von den grundlegenden Unterschieden zwischen der GOÄ und der UV-GOÄ, den Verwechslungsmöglichkeiten einzelner Positionen über oft nicht bekannte Möglichkeiten der Auslagenerstattung bis hin zu organisatorischen Aspekten der Abrechnung mit den UV-Trägern.

 

Bis zum Seminar vorhandene Unsicherheiten bei den Teilnehmern konnten in einer Vielzahl von Fragen ausgeräumt werden. Vor allem in Bezug auf die Berechnung von Auskünften, Berichten und Gutachten, zur Abgrenzung der Behandlungsfälle und zur Notwendigkeit der sauberen Dokumentation als Basis für eine optimale Abrechnung und Abwehr von Streichungen gab es viele Denkanstöße.

 

Das Ziel des Seminars, eine optimale Abrechnung mit den Trägern der Gesetzlichen Unfallversicherung, ohne Einbußen bei Honoraren und Materialien wurde voll und ganz erreicht.

 

Einige beispielhafte Aussagen der Veranstaltung:

 

Analogziffern gehen auch bei der Abrechnung mit UV-Trägern, vorher muss jedoch eine Einwilligung bzw. Kostenzusage eingeholt werden.

 

Die aktuelle UV-GOÄ und 360 Seiten Arbeitshinweise dazu sind kostenlos im Internet abrufbar.

 

Die höheren Beträge für besondere Heilbehandlung können unter bestimmten Voraussetzungen berechnet werden, auch wenn nur eine allgemeine Heilbehandlung eingeleitet wurde.

 

Die Abrechnung der Auslagen mit den Pauschalen nach Spalte 4 ist bequem, die Berechnung der tatsächlichen Kosten häufig aber sinnvoller.

 

Eine Mischung der Auslagenberechnung auf einer Rechnung, Einzelabrechnung und BG-NT, ist nicht möglich.

 

Arzneimittel können, unter Beachtung der Geringfügigkeitsgrenze, zusätzlich neben den Pauschalen der Spalte 4 berechnet werden.

 

Auslagen können berechnet werden, auch wenn die dafür zugrunde liegende Leistung z. B. wegen einer gebührenrechtlichen Vorschrift nicht berechnet werden darf.

 

Die Nr. 6 geht öfter als mancher denkt.

 

Die Gutachtengebühren werden ab 01.04.2014 erhöht auch bei freien Gutachten, jedoch dort gibt es hierbei jetzt eine Obergrenze.

 

Bei ambulanten Operationen und postoperativer Betreuung sind etliche Zuschläge möglich, die oft nicht ausgereizt werden. Einige Operationsleistungen, die bisher nicht zuschlagsberechtigt waren, sind dies seit Neuestem; bestimmte Leistungspositionen wurden außerdem höher bewerteten Zuschlägen zugeordnet. Desweiteren wurde ein neuer ambulanter Op-Zuschlag (Nr. 442a) in die UV-GOÄ aufgenommen.

 

Eine klare Befunddokumentation ist die Basis für die richtige Abrechnungs-Definition der verschiedenen Wundarten (kleine, große, verschmutzte, mit Naht usw.).

 

Die Sachbearbeiter die UV-Rechnungen überprüfen, sind in medizinischen Fragen meist nicht sonderlich bewandert. Klare, verständliche Begründungen in Bezug auf die Notwendigkeit verschiedener Verbände sind daher eine gute Streich-Prävention. Dies trifft in besonderem Maße zu, wenn unterschiedliche Verbände in Kombination erbracht werden z. B. Wundverband + Kompressionsverband.

 

Lamers - Praxisberatung 02543/8705 wlamers@medmarketing.de