Erstattungskürzungen bei GOÄ-Ziffern: 2381; 2382; 2675 und 2677
von ZAB 20. Februar 2013

Mit Inkrafttreten der GOZ 2012 und den damit verbundenen Änderungen bzw. Neuerungen sind einige altbekannte Streitpunkte zwar entschärft oder beigelegt worden, in anderen Punkten wurden die Probleme nicht gelöst und so haben wir nach wie vor Erstattungsschwierigkeiten bei den Leistungen der GOÄ-Nrn. 2381 und 2382, 2675 und 2677.

Es werden somit weiterhin ungerechtfertigte Erstattungskürzungen vorgenommen, mit dem Hinweis, dass ein Wundverschluss bereits in der Hauptleistung enthalten sei.

In den allgemeinen Bestimmungen zum Abschnitt K Nr. 1 wurde klargestellt, dass eine zusätzliche Lappenbildung nicht zum primären Wundverschluss gehört, sondern zusätzlich abrechenbar ist.
( Die primäre Wundversorgung, zum Beispiel Reinigen der Wunde, Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung, ggf. ein-schließlich Fixieren eines plastischen Wundverbandes, ist Bestandteil der Leistungen nach Abschnitt K und nicht gesondert berechnungsfähig.)
So z.B. der Hinweis der Gebührennummer GOZ 9100: Weichteilchirurgische Maßnahmen, die nicht der Schleimhautabde-ckung des augmentierten Gebietes dienen, sind gesondert berechnungsfähig. Weichteilplastische Maßnahmen, die z. B. der Vertiefung des Vestibulums oder Mundbodens dienen, sind daneben berechnungsfähig.
Eine Definition des Begriffs „Wundversorgung“ findet sich an keiner Stelle der Gebührenordnung.
Die primäre Wundversorgung bedeutet, dass die beiden Wundränder, die durch den Chirurgen geschaffen werden, unverän-dert innerhalb weniger Stunden wieder aneinander fixiert werden (siehe Pschyrembel). Sie können durch traumatisches oder atraumatisches Nahtmaterial, Klammern oder Klebstoffe miteinander verbunden werden.
So kann z.B. ggf. die GOZ-Nr. 3100 (Plastische Deckung im Rahmen einer Wundversorgung einschließlich einer Periostschlit-zung, je Operationsgebiet) anfallen, wenn es sich um kleine Deckungsmaßnahmen handelt. Da aber gerade im Rahmen der Implantologie häufig Plastiken (also Verschiebeplastiken zur Behandlung von Defekten) anfallen, werden diese nach der GOÄ-Nr. 2382 und nicht als Deckung im Rahmen der Wundversorgung nach GOZ-Nr. 3100 berechnet. Hier kommt es also ganz besonders auf die exakte Karteidokumentation an. Spaltlappen, Rolllappen und Schwenklappen etc. nach GOÄ 2382 stellen somit selbstständige chirurgische Maßnahmen dar, die nicht Bestandteil einer anderen chirurgischen Leistung sind, sondern als eigenständiger Eingriff selbstverständlich zusätzlich berechnet werden können.

Beste Grüße

Ihr ZAB-Team

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