Honorar für Bescheinigungen
von Herr Werner M. Lamers 09. April 2014

Verzichten Sie nicht auf das Ihnen zustehende Honorar.

Bescheinigungen werden in Praxen häufig kostenlos ausgegeben. Die GOÄ
sieht dafür jedoch die Ziffer 70 vor: 2,33 € (1-fach), bzw. 5,36 € (2,3-fach). 5,-- € sind also durchaus ange­mes­sen. Der Einfachsatz ist dabei die Minimalgröße, eine Berechnung unterhalb ist Ärzten nur erlaubt, bei Verwandten, Kollegen und Mittellosen.

In keiner Behörde gibt es einen Stempelaufdruck, der nicht min­des­tens das doppelte kostet. Warum sollen also ausgerechnet Arztpraxen, die in immer stärkerem Maße mit unbezahlten bürokratischen Aufgaben überhäuft werden, auch noch auf das verzichten, was ihnen redlich zusteht.

Hilfreich ist es dabei, nicht fertige Vordrucke, womöglich noch mit Pharma-Werbung drauf, zu verwenden und von Hand auszufüllen. Sonst werden schnell Sätze (oder Gedanken) ausgelöst wie: „Für die paar Wörter und Zahlen aufschreiben, das bisschen Arbeit...“. Besser ist es daher, in der Praxis-EDV ein Formular anzulegen, das bei Bedarf automatisch den benötigten Text mit den Patientendaten generiert und nach wesentlich mehr aussieht als ein handbeschriebener Zettel. Ein Hinweis auf offizielle Stellen (Schulgesetz / Schulordnung etc.) und eine GOÄ-spezifische Rechnung auf den Formular hilft bei der Akzeptanz. Das ganze sieht für den Patienten nicht nur nach mehr aus, es macht den MFA auch noch weniger Arbeit als der handschriftlich ausgefüllte Vordruck.

Das Muster einer solchen Bescheinigung kann kostenlos beim Autor per eMail angefordert werden.

Autor: Werner Matthias Lamers, Praxisberater aus Billerbeck. Sie erreichen ihn unter Telefon: 02543 8705, Fax: 02543 239697 und eMail: wlamers@medmarketing.de