Hinweise zur Analogberechnung
von ZAB 20. Februar 2013

Mit der Neufassung des § 6 Abs. 1 S. 1 GOZ können Leistungen, die im Gebührenverzeichnis nicht aufgeführt sind, analog berechnet werden. Der Zahnarzt entscheidet, welche GOZ-Ziffer nach Schwierigkeit und Zeitaufwand für eine nicht in der neuen GOZ vorhandenen Leistung am ehesten entspricht.

Mit der analogen Berechnung hat man ein Stück mehr an Therapiefreiheit gewonnen. Diese neue Freiheit bedeutet aber auch viel Verantwortung, denn die Kostenerstatter werden sehr genau be-urteilen, ob eine analoge Berechnung notwendig und gerechtfertigt ist. Schauen Sie hierbei ganz kritisch auf die Behandlung, denn sie muss selbstständig sein und vor allem eine zahnmedizinische Notwendigkeit gemäß § 1 Abs. 2 GOZ darstellen.


Während die Analogie in der alten GOZ nur für wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethoden infrage kam, die nach dem Inkrafttreten der GOZ zur Praxisreife gelangten, ist in der Neufassung diese Voraussetzung (Zeitfaktor) entfallen. Das bedeutet: Es können seit dem 01.01.2012 alle selbstständigen Leistungen, die nicht in der GOZ oder GOÄ enthalten sind, analog berechnet werden.


Voraussetzungen sind:
> Es handelt sich um eine selbstständige, zahnärztlich notwendige Leistung.
> Die Leistung ist weder in der GOZ 2012 noch in der GOÄ enthalten.


Also keine wissenschaftliche Anerkennung oder Praxisreife notwendig, die die Versicherungen immer noch gerne aufgreifen. Der Zugriff auf die GOÄ bleibt erhalten. Allerdings ist er nicht auf alle ärztlichen Leistungsbereiche möglich. Im § 6 Abs. 2 GOZ sind die geöffneten Bereiche genau festgelegt.


Die Auswahl der Analogposition bleibt stets dem Zahnarzt überlassen. Es sollte eine vergleichbare Leistung in der GOZ ge-sucht werden, die dem gleichen Behandlungsbereich zugeordnet werden kann. Nur wenn eine solche Position in der GOZ nicht zu finden ist, kann auf die GOÄ ausgewichen werden. Dabei ist es empfehlenswert, bei der Auswahl nicht nur auf die Gleichartigkeit zu achten, sondern vor allem auch den Kosten- und Zeitaufwand zu berücksichtigen. Die drei Kriterien Gleich-artigkeit, Kosten- und Zeitaufwand müssen nicht alle gleichermaßen erfüllt werden. Eine vom Kostenaufwand gleichwertige Position bildet mit dem Faktor 2,3 den Durchschnitt ab und enthält entsprechende Steigerungsmöglichkeiten bei höherem Aufwand.


Beispiel: Als neue Leistung wurde in der GOZ mit der Nr. 1040 die professionelle Zahnreinigung aufgenommen. Nicht darin enthalten ist die Entfernung subgingivaler Beläge. Da es sich um eine selbstständige Leistung handelt, die weder Leistungsin-halt der Nr. 1040 noch einer anderen Position ist, empfiehlt es sich hier die analoge Berechnung heranzuziehen. Gegebenen-falls kommen auch die GOZ-Nrn. 4070/4075 infrage, die aber aufgrund ihrer geänderten Leistungsbeschreibung nur für chi-rurgische subgingivale Belagsentfernung berechnet werden dürfen. Eine parodontalchirurgische Maßnahme darf nicht an nicht zahnärztliches Personal delegiert werden. Im Rahmen einer „normalen” Prophylaxebehandlung kann diese Maßnahme also nicht mehr angesetzt werden.


„Wird eine Leistung nach § 6 Absatz 1 berechnet, ist die entsprechend bewertete Leistung für den Zahlungspflichtigen ver-ständlich zu beschreiben und mit dem Hinweis ,entsprechend‘ sowie der Nummer und der Bezeichnung der als gleichwertig erachteten Leistung zu versehen.” Die Systematik der Leistungsbeschreibung in der Liquidation ist somit unverändert wie folgt:


> 1. Verständliche Beschreibung der Analogleistung
> 2. Hinweis „entsprechend”
> 3. Bezeichnung und Nummer der als gleichwertig erachteten Leistung


Der Zusatz „analog” zu dem Wort „entsprechend” ist aktuell nicht mehr notwendig. Alle Analogpositionen müssen mit einem „a“ versehen sein. Bei Formfehlern ist die Rechnung nicht fällig! Die Analoggebühr muss wie folgt beschrieben werden, damit die Rechnung fällig ist. Seit dem 1. Juli 2012 ist auch ein bundeseinheitliches Rechnungsformular (Anlage 2 zur GOZ) mit vor-geschriebenen Inhalten zu verwenden.

Beispiel:

2430a* Lasergestützte intrakanaläre Keimreduktion (Dekontamination) in separater Sitzung nach Abschluss der mechanischen Aufbereitung entsprechend Medikamentöse Einlage**

* Beispielhafte Auswahl der Analogziffer. Die Auswahl ist immer praxisindividuell zu treffen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, eine Position heranzuziehen, für die eine ange-messene Vergütung erzielt wird, ohne den Faktor zu überschreiten.
** Das Bundesgesundheitsministerium vertritt aktuell die Auffassung, dass die wörtliche Wiedergabe der Leistungsbeschreibung der GOZ nicht vorgegeben wird, sinnerhaltende Abkürzungen sind zulässig (Quelle: BZB 9-12).

Die Bundeszahnärztekammer hat aktuell darauf hingewiesen, dass von ihrer Seite keine Empfehlungen ausgesprochen wer-den, so dass die Auswahl der Ziffer jedem Behandler überlassen bleibt.

Beste Grüße

Ihr ZAB-Team

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