Gute Kommunikation – gute Führung?
von Michael Brüne 02. März 2014

Sofern sich Ihr Führungsstil im wesentlichen auf die reine Informationsvermittlung konzentriert, können Ihre Mitarbeiter/innen schnell das Gefühl erhalten, dass sie Ihnen nicht am Herzen liegen. Sie fühlen sich auf die Funktion reduziert, der menschliche Aspekt bleibt unterbelichtet. Welche Auswirkungen kann das haben?

Kommt es Ihnen in der Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern/innen im Wesentlichen auf exakt formulierte Erwartungen an? Gute Führung und wirkungsvolle Delegation bedeuten aber deutlich mehr, als nur Struktur und Erwartungshaltung:

4 Elemente für erfolgreiche Führung:

1.  Beziehung: viele Mitarbeiter/innen haben das Bedürfnis zu erfahren, was "Mannschaft und Chef "von ihnen denken. Wichtig ist es für sie zu wissen, ob alle zueinander stehen und das Team verlässlich ist.

2.  Kommunikation: Mitarbeiter/innen möchten ihrem/ihrer Chef/in offen sagen können, was sie gut finden und was nicht. Auch persönliche Dinge gehören, in gewissem Maße, hierzu.

3. Information: zur optimalen Aufgabenbewältigung benötigen Mitarbeiter/innen alle notwendigen Informationen für ihr Aufgabengebiet, um einen guten Job zu machen.

4. Erwartungshaltung: klare Definition dessen, was voneinander erwartet wird, hilft Missverständnisse zu vermeiden.

Nur gutes Zusammenspiel dieser Felder macht wirksame Führung möglich.

Risiken einer unklaren Informationslage:

-  Gerüchteküche: wenn Sie bemerken, dass sich die Stimmung in Ihrem Team verändert und das Kommunikationsverhalten Ihrer Mitarbeiter/innen "heimlich" wird, ist Handlungsbedarf angesagt. In diesem Fall rückt nicht der Inhalt, sondern die Pflege der Beziehungen in den Vordergrund. Vielleicht geht es um die Bewältigung einer Überlastungssituation, empfundene Ungerechtigkeit, zu verbessernde Abläufe...? Wenn die Beziehung untereinander stimmt, lässt sich jeder Missstand schnell beheben. Sofern aber die Beziehung im Team oder zum/zur Chef/in gestört ist, ist die Gefahr groß, dass Mitarbeiter/innen ins Grübeln kommen. Es stellt sich dann z.B. folgende Frage: warum werde/ich/wir nicht informiert? Die Gerüchteküche fängt an zu brodeln.

- Mitarbeiterbesprechungen: Versammlungen haben Rituale, die eingehalten werden sollten. Auch wenn Ihnen die ersten 5 Minuten unproduktiv erscheinen, da offensichtliche  Nebensächlichkeiten besprochen werden, ist diese Zeit in den Kontakt untereinander gut investiert.  Einige Mitarbeiter/innen benötigen hiervon mehr, andere weniger.

-  Grundsatz: jeder Prozess nimmt sich die Zeit, die er braucht; entweder zu Anfang oder im Laufe des Meetings. Investieren Sie diese Zeit zu Anfang, dann können Sie auf eine höhere Konzentration und effizientere Zeitsteuerung während des Meetings vertrauen.

Fazit: wenn Sie Ihr Team wirksam führen wollen, achten Sie auf eine

-  Vertrauensvolle Beziehung

-  Wertschätzende Kommunikation

-  Ausreichende, angemessene Informationslage und

-  Klar formulierte, gegenseitige Erwartungshaltungen

Viel Erfolg bei der Umsetzung wirkungsvoller Führung!