GOZ: Drohende Verluste vermeiden
von Büdingen Med 05. Mai 2013

Die neue Gebührenordnung bietet Zahnärzten einige Vorteile, doch sie ist auch mit erheblichen Nachteilen verbunden, die sich wirtschaftlich negativ auswirken können. Anne Schuster, Leiterin des zahnärztlichen Honorarzentrums büdingendent, blickt auf das erste Jahr mit der GOZ 2012 zurück und erklärt, was Praxisinhaber beachten sollten.

Seit 2012 müssen Abrechnung papierlos an die KZVen übermittelt, Fremdlaborrechnungen als xml-Datei gespeichert werden, und es gibt eine neues Rechnungslayout sowie - natürlich - die GOZ 2012. Das vergangene Jahr brachte für Zahnärzte so viele Änderungen wie kaum ein Jahr zuvor. Nun stellt sich rückblickend die Frage: Was hat die GOZneu den Praxen gebracht? Schließlich beeinflusst die Gebührenordnung wesentlich das Einkommen von Zahnärzten.

Das erste Quartal des vergangenen Jahres war, wie nicht anders zu erwarten, hinsichtlich der neuen GOZ von Unsicherheiten geprägt. Viele Zahnärzte und ihr Personal benötigten daher eine intensive Unterstützung bei ihren Abrechnungen. Im Laufe des Jahres jedoch stellten sich die Praxen mehr und mehr auf die neue Gebührenordnung ein. Dabei wurde klar: Manche Abrechnungen sind dank der
GOZneu nun einfacher geworden.

Beispielsweise erleichtern die neuen Komplexziffern im Bereich der Implantologie die Abrechnung des „Normalfalls“. In die neue GOZ wurden auch viele Materialien aufgenommen, so dass Patienten sie nun, anders als bisher, von ihren Versicherungen oder Beihilfestellen erstattet bekommen.
Der Streitpunkt zu den Materialien z.B. einmal verwendbare Implantatbohrer und –fräsen wurde beseitigt. Die Abrechenbarkeit der Materialkosten wurden eindeutig geregelt. Des Weiteren wurde der Streitpunkt, wie die Ziffer 508 neben der 504 beseitigt. Der Vorteil ist dabei die aufgewertete Teleskopkrone ist mit nur einer Ziffer der 504 abrechenbar. Auch die Möglichkeit, Leistungen analog abzurechnen, ist dank der GOZ 2012 einfacher. Denn die Leistungen, die analog abgerechnet werden,
müssen nicht mehr „neu“ sein. Ebenfalls braucht es sich nicht mehr um Leistungen zu handeln, die erst nach Inkrafttreten der GOZ durch die wissenschaftliche Forschung entwickelt wurden.

Doch trotz dieser Vorteile: Die Zahnärzteschaft kann mit der GOZ 2012 nicht wirklich zufrieden sein. Dies liegt insbesondere daran, dass die Abrechnung über die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) deutlich eingeschränkt wurde. Dadurch kann es passieren, dass etwa kompliziertere OP-Leistungen nun schlechter vergütet werden als früher. Ein weiteres Beispiel für niedrigere Sätze ist die Honorierung dentinadhäsiver Restaurationen. Bis Ende 2011 konnten über eine Analogberechnung höhere Honorare abgerechnet werden. Ein weiteres Problem ist, dass häufig erst bei Anwendung der neuen Gebührenordnung genauer zu erkennen ist, welche Leistungen nicht über die neue GOZ abgerechnet werden können. Wer Honorareinbußen vermeiden will, sollte daher die einzelnen Behandlungsabschnitte genau analysieren und prüfen, welche Leistungen sich wie abrechnen lassen.

Um ihren wirtschaftlichen Erfolg zu sichern und Nachteile zu vermeiden, sollten Praxisinhaber daher die Chancen, die mit der GOZ 2012 verbunden sind, besser nutzen. Ganz entscheidend dafür ist die Analogberechnung, die, wie erwähnt, erleichtert wurde. Selbstständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses dieser Verordnung berechnet werden. Welche Gebührenziffer für die analoge Berechnung herangezogen wird, liegt allein im Ermessen des Behandlers.

Ein weiterer Hebel für bessere Honorare ist die Faktorengestaltung. Dazu empfiehlt es sich, mit Patienten häufiger Honorarvereinbarungen zu treffen. Wie wichtig dies ist, zeigt die Tatsache, dass beim Bema 49 Ziffern besser bewertet werden als in der GOZ 2012. Rechnen Zahnärzte öfter – begründet (!) – mit einem höheren Faktor ab, wirkt sich dies nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Praxen aus, sondern beeinflusst auch die Entscheidung der Bundesregierung in 2015, wenn diese prüft, wie sich die neue GOZ bewährt und ob der GOZ-Punktwert an die GOÄ angepasst werden sollte. Darüber hinaus beeinflusst die Faktorengestaltung wesentlich, ob ein Zahnarzt seinen angestrebten Stundensatz realisieren kann.

Autorin: Anne Schuster
Anne Schuster ist Leiterin von büdingendent, einem Geschäftsbereich der Ärztlichen
VerrechnungsStelle Büdingen

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Anne Schuster
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