Die günstigste Abrechnungsstelle erkennt man nicht am Preis
von Thomas Noack 20. Juni 2013

Viele Praxisberater berichten, dass die Entscheidung für eine bestimmte Abrechnungsstelle von den Praxisinhabern meist nur unter plakativen Kostenaspekten getroffen wird, sprich: „Wer kann zu einem niedrigen Preis ein Maximum an Leistung anbieten?“. Genau im letzten Wort liegt die Crux, weil „anbieten“ eben nicht dasselbe ist wie

„individuell und fachgebietsbezogenen erbringen “. Ärzte und Zahnärzte können das vor der Zusammenarbeit aber nicht klar erkennen, lesen gleichlautende Leistungsversprechen und sehen den Preis deshalb als einziges Unterscheidungsmerkmal zwischen den Anbietern.

Preise runter und automatisch Kosten senken – für Freunde der Betriebswirtschaft ist das seit Jahren wie ein Tanz um das Goldene Kalb. Das ist mittlerweile unser aller verinnerlichtes, gelerntes Verhalten in allen Bereichen des Einkaufs. Geiz ist Geil? Nicht wirklich. Denn die einseitige Fokussierung auf die Preise führt ganz still und leise, aber zwangsläufig zum Verlust des eigenen Blicks auf das Ganze. Klar, es ist betriebswirtschaftlich immer richtig auf die Kosten zu achten und diese zu minimieren, aber es ist bei der Privatabrechnung mindestens genauso wichtig, keine Umsätze zu verschenken oder ineffiziente Abläufe einzukaufen. Der Gesamtertrag macht die Musik: Die Kosten für externe Abrechnung können bei richtiger Auswahl des Anbieters weitaus mehr Kosten in anderen Bereichen senken oder sogar die Umsätze steigern. Bei vielen Analysen der Privatumsätze von Ärzten und Zahnärzten konnte ich feststellen, dass Umsätze durch Falschansätze oder vergessene Möglichkeiten verloren gingen, wenn entweder selbst oder über einen nicht ausreichend im Fachgebiet erfahrenen Abrechnungsdienstleister abgerechnet wurde.

Manchmal ist billiger teurer. Das klingt zunächst etwas verwirrend, ist aber bei näherer Betrachtung logisch. Ein einfaches Beispiel: Anbieter A übernimmt Ihre Forderung für 2,5 Prozent, Anbieter B für vier Prozent, ist also auf den ersten Blick viel teurer. Anbieter A fakturiert die Daten wie vom Zahnarzt oder Arzt online geliefert; Anbieter B schaut zunächst einmal, ob die Daten optimal zur geleisteten Arbeit und den Abläufen in der Praxis passen, optimiert und analogisiert im Rahmen der Vorschriften der GOÄ / GOZ, bringt seine Erfahrung im Fachgebiet ein und hilft langfristig einen um sechs Prozent höheren Privatumsatz zu realisieren. Der angebotene Preis von Anbieter B ist in diesem Fall zwar über 50 Prozent teurer, aber für die Praxis extrem wirtschaftlicher, denn er bringt seine Kosten fast doppelt wieder rein. Bei diesem Beispiel erübrigt sich schon fast die Analyse der externen anderen Leistungen im Bezug auf die Optimierung der Praxisabläufe. Und dieses Beispiel habe ich nicht selten, sondern eher als Regel beobachtet.

Daher meine grundsätzliche Botschaft: Fokussieren Sie sich nicht einseitig auf die Effektivkosten der Anbieter. Die sind zwar wichtige Grundlage, eine Rechenvariable für Ihre Gesamtprüfung, aber nicht zwingend ausschlaggebend.

Nichts wird wirtschaftlicher durch „generelle“ Angebote, Empfehlungen und Aussagen. Im Prinzip sollten Qualität, Leistung und Preis des Dienstleisters immer mit den Anforderungen des Kunden und seines Fachgebietes identisch sein, dann passt alles nachhaltig optimal zusammen und die Kosten werden sinnvoll und wirtschaftlich.

Fragen Sie mich einfach, wenn Sie mehr individuelle Beratung benötigen. Ich helfe Ihnen gerne.

Herzlichst

Thomas Noack  |  Geschäftsführer Scoremed GmbH