Analog neu: Dentinadhäsive Aufbaufüllungen in Mehrschichttechnik
von Frau Birgit Senftleben 09. April 2015

Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Dentinadhäsive Aufbaufüllung in Mehrschichttechnik lediglich nach der GOZ 2180 (19,40 € - 2,3 facher Satz) zuzüglich der GOZ 2197 (16,82 € - 2,3 facher Satz) berechnet werden muss oder ob eine andere Berechnung dieser Leistung möglich ist.

 

Nach der GOZ 88 bestand für die Zahnarztpraxen die Möglichkeit der Berechnung nach der GOZ 214 (Goldhämmerfüllung) analog. Das zahnärztliche Honorar betrug in dem Fall ca. 122 €.

Die Absenkung der Gesamtleistung auf 36,22 € (2,3 facher Satz) ist nicht nachvollziehbar. Für ein angemessenes Honorar, das der Berechnung nach der alten GOZ entspricht, müsste eine Honorarvereinbarung gemäß §2 Abs. 1 und 2 GOZ in entsprechender Höhe getroffen werden.

Die Bundeszahnärztekammer hat aufgrund der aktuellen Rechtsprechung Stellung bezogen:

Urteil des AG Charlottenburg (08.05.2014, Az. 205 C13/12)

Das Amtsgericht bestätigte die Analogberechnung eines „dentinadhäsiv mehrfach geschichteten Aufbau eines Zahnes“ im Vergleich mit der Nummer 2120 (mehr als dreiflächige Kompositrestauration).

Das Gericht sagte: die im konkreten Fall angewendete Mehrschichttechnik ist deutlich zeitaufwändiger und daher nicht vergleichbar der erfassten Leistung, die sich auf Zahnaufbautenmit plastischem Ausbaumaterial zur Aufnahme einer Krone mit einfachen selbsthaftenden Zementen bezieht.

Auf das Urteil des AG Charlottenburg gab es am 20. Juni dazu ein offizielles Statement seitens der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

In dem wird genau dargelegt, dass ein mehrschichtiger Aufbau mit Kompositmaterial in Adhäsivtechnik einschließlich Lichthärtung fachlich nicht dem Leistungsinhalt der Gebührennummer 2180 GOZ entspricht, auch nicht bei zusätzlicher Berechnung der Gebührennummer 2197 GOZ.

Fazit: Es handelt sich bei der Analogberechnung um eine vertretbare Berechnungsweise.

Bei der Patientenaufklärung ist zu berücksichtigen, dass es Erstattungsprobleme geben kann. Vor allem bei den Zahnzusatzversicherungen der gesetzlich versicherten Patienten sind analoge Leistungen häufig nicht mitversichert.

Unerlässlich ist eine gute Dokumentation über die Aufklärung des Patienten.

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Herzlichst

Birgit Senftleben

Schlagworte: Analogberechnung