Analog abrechnen - so gehts
von privadis 19. März 2015

Was tun, wenn die Leistung nicht in der GOÄ steht?

Analog abrechnen – so geht´s

Das medizinische Wissen wächst rasant und bringt uns einen immer höheren Standard in der Versorgung. Dagegen ist die GOÄ fast 20 Jahre alt und an vielen Stellen veraltet.

Aber es gibt eine Möglichkeit, diese Überalterungslücke mit der Analogabrechnung zu schließen: Ist die erbrachte selbständige Leistung nicht in der GOÄ abgebildet, kann eine in Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung des Verzeichnisses berechnet werden, § 6 Abs. 2 GOÄ.

Das bedeutet: Nur wenn eine Leistung im Katalog tatsächlich nicht abgebildet ist, gibt es eine Regelungslücke und damit die Möglichkeit für eine Analogabrechnung, sonst nicht. Die erbrachte Leistung muss selbständig sein, d.h. sie darf nicht Bestandteil einer anderen Ziffer oder lediglich eine besondere Ausführung einer vorhandenen Ziffer sein.

Was muss in der Rechnung stehen?

Auf die Analogabrechnung muss in der Liquidation ausdrücklich hingewiesen werden, § 12 Abs. 4 GOÄ. In der Rechnung muss daher

  • die tatsächlich erbrachte Leistung beschrieben

  • der Umstand der Analogabrechnung genannt (es genügt ein „A“, wenn z.B. eine Legende unten auf der Rechnung das als „analog“ ausweist) und

  • die als gleichwertig herangezogene Ziffer aufgeführt werden.

 

Sind Analogziffern anerkannt?

Es gibt verschiedene Bewertungen von Analog-Ziffern, die unterschiedlich hoch akzeptiert sind. Die Bundesärztekammer führt verschiedene Listen zu Analogziffern.

  1. Das Analog-Verzeichnis führt die Leistungen und dazugehörigen Analogziffern auf, bei denen ein Konsens zwischen den Interessenvertretern erreicht wurde. Es hat zwar keine zwingende bindende Wirkung wie ein Gesetz, ergänzt aber de facto in der Praxis die GOÄ.

  2. Bei der Empfehlungsliste der BÄK hat einer der oben genannten Abstimmungspartner sein Plazet verweigert, aber die BÄK hält den jeweiligen Dissens für so gering, dass sie die Ziffern dennoch empfiehlt. Es kommt vor, dass diese Empfehlungen von Kostenträgern nicht anerkannt werden.

  3. Schließlich gibt es noch die Beschlüsse des Gebührenausschusses und des Konsultationsausschusses bei der BÄK. Diese Beschlüsse sind ausgewogen, werden aber nicht immer von den Kostenträgern akzeptiert.

Das auf der Website der BÄK aufgeführte Analog-Verzeichnis listet nur die voll konsentierten Analogabrechnungen (s.o. 1).

Alle Listen sind nicht abschließend, d.h. eine Analogabrechnung kann auch dann richtig sein, wenn sie in keiner der Listen genannt ist. Die Durchsetzung wird allerdings in der Praxis schwierig.

Sie haben eine Frage zur Ansatz einer Analogziffer?

Sprechen Sie uns an: harro.herffs@privadis.de